Feurige Würze für heiße Tage

Chilischärfe macht das Essen für viele Menschen erst so richtig schmackhaft, andere lehnen dieses feurige Gemüse jedoch völlig ab. Auch an der Frage, ob Chili förderlich für die Gesundheit ist und ob sein Glücksgefühle auslöst, scheiden sich die Geister.

Ist Chili gesund oder belastet er den Verdauungsapparat?

Die Schärfe von Chili wurde früher oft als Problem gesehen, besonders für Menschen mit Magen- oder Verdauungsproblemen. Heute weiß man, dass der scharfe Wirkstoff von Chili, Capsaicin, den Speichelfluss anregt, die Aktivität verschiedener Verdauungsenzyme fördert und durch seine antibakterielle Wirkung auch bestimmten Durchfallerkrankungen entgegenwirken kann.

Also müssen auch Menschen mit empfindlichem Magen nicht auf Chili verzichten?

Nein. Der Mediziner Peter Schnabel vom Forschungsinstitut für Kräuter und Gewürze in München bestätigt, dass Scharfes, vernünftig dosiert, auch für den Magen gesund ist. Man sollte also auf seinen Körper hören und so viel davon essen, wie es einem gut tut. Auch Ingwer, Kreuzkümmel, , Curcuma und eine Reihe anderer Gewürze können unseren Speiseplan abwechslungsreicher, würziger, und gesünder machen.

Ist Chili bei Hitze empfehlenswert?

Jeder hat schon erlebt, dass einem sprichwörtlich der “Schweiß auf der Stirn steht”, wenn man etwas Scharfes gegessen hat. Ein Gefühl der Hitze macht sich bemerkbar. Durch die geöffneten Schweißporen und die Feuchtigkeit an der Hautoberfläche kommt es aber in Folge zu einem deutlichen Kühlungseffekt auf den Körper. Wie sonst wäre es zu erklären, dass besonders in heißen Ländern gerne scharf gegessen wird.

Warum vertragen manche Menschen mehr Schärfe als andere?

Wer regelmäßig scharf isst, stumpft zunehmend gegen diesen Schmerzreiz ab.

Und wie ist es mit Kindern? Ist es gesundheitlich unbedenklich, wenn sie scharf essen?

Für Kinder sind scharfe Lebensmittel genauso geeignet wie für Erwachsene. Man sollte aber darauf achten, anfangs nur Speisen mit geringem Schärfegrad anzubieten. Dann kann Chili, genauso wie andere scharfe Lebensmittel, zu einer gesunden Bereicherung für den Familienspeiseplan werden.

Kommt es beim Genuss von Chili tatsächlich zur Ausschüttung von Glückshormonen, wie oft behauptet wird?

Es heißt, dass Chilischärfe zu einer Ausschüttung von schmerzstillenden Endorphinen führen soll. Unter dem “Pepper High Effekt” ist diese Theorie bekannt geworden. Die Behauptung, dass bestimmte Inhaltsstoffe die Psyche nachhaltig beeinflussen, halte ich allerdings für gewagt. Grundsätzlich sind Essen und Stimmung natürlich immer eng miteinander verknüpft. Denn Essen ist über die Nährstoffaufnahme hinaus ein Grundbedürfnis des Menschen. Die Esslust will daher befriedigt werden und die Fähigkeit zu genießen trägt selbstverständlich zu einem gesteigerten Wohlbefinden bei. Dazu ist es vor allem wichtig, bewusst genießen zu können. Die Beschäftigung mit neuen Rezepten, Gewürzen, die Neugierde und die daraus resultierenden neuen Geschmackserlebnisse bringen sicher bessere Laune als reines Sattessen in der Mittagskantine.

Capsaicin

Capsaicin heißt der Wirkstoff, der uns nach oder bei dem Verzehr von Chili auf der Zunge brennt.

Schärfe ist messbar: Die so genannte Scoville-Einheit gibt an, wie viel Milliliter Wasser man braucht, um die Konzentration so zu verdünnen, dass sie gerade noch scharf schmeckt. So hat etwa eine Gemüsepaprika einen Schärfegrad von null bis zehn Scoville, Tabasco dagegen einen von 2500 bis 5000 Scoville.

“Bericht aus den OÖ Nachrichten”

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