Einkauf

Wesentlich ist, dass Sie den Weinkauf nach Ihren persönlichen Vorlieben ausrichten, je nachdem ob Sie Rot oder Weißweine bevorzugen und welche Geschmacksrichtung ihnen liegt. Sie sollten auch berücksichtigen, ob öfter Gäste zu bewirten sind, erlesene Weine für einen kleinen Kreis benötigt werden oder ob Sie einen Vorrat an entwicklungsfähigen Weinen anlegen wollen. Auch spielt Ihr “Weinbudget” eine Rolle. Schon mit bescheideneren Mitteln ist der Aufbau einer vielseitigen Sammlung an interessanten Weinen möglich.

 

Folgende Grundsätze sollten Sie beherzigen, wenn Sie mit Ihren Weinen keine Enttäuschung erleben möchten:

 

 

Legen Sie Ihr Augenmerk auf Lagenweine. Ein Wein von eng begrenzter Herkunft ganz gleich woher der in Original Qualität in die Flasche kommt, ist besser, als der beste Verschnitt.

Das rechte Maß. Kaufen Sie nicht zu viele Flaschen von einem Gewächs oder einem Jahrgang. Sie füllen nur einseitig Ihren Keller und können später interessante oder günstige Angebote nicht mehr wahrnehmen.

Ausgewogenheit als wichtige Grundregel. Gestalten Sie Ihren Weinvorrat in Übereinstimmung mit Ihren Ansprüchen. Neben Weinen für den täglichen Bedarf und den entwicklungsfähigen Weinen sollten Sie also auch eine entsprechende Zahl an trinkreifen Flaschen berücksichtigen, die in den nächsten 6-­12 Monaten geöffnet werden können.

Denken Sie langfristig. Kaufen Sie Ihre Weine in deren Jugend, dann ist das Angebot reicher und zumeist günstiger. Viele Weine sind rasch vergriffen und später nicht mehr Nachzubetziehen. Bei jung zu trinkenden Weinen hat man darüber hinaus die Gewähr, eine frühe Abfüllung zu erhalten, wie z.B. bei den meisten Südtirolern, Beaujolais etc.

Jahrgänge sind für einen Wein kein ausschließliches Qualitätskriterium und sagen weniger über die Qualität, als über den Stil aus. Gewiss, es gibt große Jahrgänge, in denen der Wein im allgemeinen gut ausgefallen ist. Aber es gibt sehr viele Elemente, die die Qualität eines Weines beeinflussen. Daher kommt es, dass wir in sogenannten großen Jahrgängen einen mittelmäßigen Wein antreffen, genauso wie in einem schwachen Jahr einen durchaus vollendeten Wein.

Alte Weine. Jeder Wein hat eine Lebenskurve mit einem Höhepunkt, der sich bei erstklassigen Weinen auch über lange Zeit hinziehen kann. Aber schade ist es, einen teuren Wein erst dann zu öffnen, wenn das einzige Attribut, das man ihm zuerkennen kann, nur noch “interessant” ist.

Weinbewertungen der einschlägigen Zeitschriften können hilfreich sein, sind allerdings die höchstpersönliche Meinung von mehr oder weniger berufenen Verkostern.

Selbst verkosten heißt die Devise, denn Ihr eigenes Urteil ist das wichtigste. Am aussagekräftigsten ist eine Verkostung zu Hause.

Bekannte Spitzenweine. Hier sind zwei Momente entscheidend: Zum einen ist die Erzeugung von Weinen absoluter Spitzenklasse mit hohen Kosten verbunden. Ertragsbegrenzung und erhöhter Aufwand im Weinberg und im Keller bedingen einen hohen Preis. Zum anderen beeinflusst auch die Seltenheit eines Gewächses seinen Preis. Bildlich gesprochen verhält sich Qualität und Preis bei den großen Weinen linear und exponentiell: Während die Qualität linear ansteigt, steigt der Preis kurvenförmig an.

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