Schärfster Chili in Grieskirchen & Eferding wieder gesucht

Bericht aus der Bezirksrundschau vom 3.9.2020 von Julia Mittermayr.

BezirksRundschau und HTL Wels suchen den schärfsten Chili. Vorjahressieger geben wertvolle Tipps.

BEZIRKE GRIESKIRCHEN, EFERDING. BEZIRKE (jmi). Diesen Herbst wird es heiß – dafür sorgen die Hobbygärtner aus den Bezirken Grieskirchen und Eferding. Mit der Aktion „Chili: Wer hat den schärfsten?“ suchen die BezirksRundschau und die HTL Wels den schärfsten Chili Oberösterreichs. Der Samareiner Albert Rathmayr will heuer abermals sein Glück bei der Chili-Aktion versuchen. Im vergangenen Jahr holte er mit einer “Trinidad Scorpion Butch T” den Bezirkssieg für Eferding. “Ich kaufe die Chilisamen jedes Jahr frisch. Beim Selbstziehen der Samen entstehen meist ungewollte Kreuzungen der Sorten”, sagt Rathmayr.

Auch Landesgärtnermeister Hannes Hofmüller aus Bad Schallerbach empfiehlt, direkt im Fachhandel zu kaufen. „Es gibt schon einige Sorten, die empfindlicher sind – speziell die scharfen oder kleinfruchtigen. Sie sind schwieriger zu kultivieren. Grundsätzlich wachsen alle Sorten sehr kompakt und kräftig“, so Hofmüller. Wichtig ist hierbei die richtige Temperatur: 20 bis 25 Grad Celsius sollten es schon sein. Überwintern kann die Pflanze nur drinnen, am besten im Wintergarten mit viel Licht und passender Wärme.

Auge auf “Feinde” haben

Mit einer “Carolina Reaper” holte sich der Natternbacher Thomas Leirich im vergangenen Jahr nicht nur den Grieskirchner Bezirkssieg, sondern gleich den Landessieg. Bei der Aufzucht der Chilipflanzen empfiehlt er, ein Auge auf “Feinde” zu haben: “Die Pflanzen auf möglichst natürliche Art und Weise von Läusen freihalten: durch Abwaschen, natürliche Feinde, Duftstoffe. Auch Schnecken sollten nicht über die Pflanzen herfallen, da diese die frischen Triebe und Blüten am liebsten verzehren.”

Gelingt die Aufzucht, können Hobbygärtner die Schoten für Soßen, Öle, aber genauso Süßes, wie Apfel-Chili-Marmelade, einsetzen. “Bei der Verarbeitung von sehr scharfen Chilisorten mit Handschuhen, Mund-Nasen-Schutz und Brille arbeiten, um der Reizung von Haut und Schleimhäuten vorzubeugen”, empfiehlt Leirich. Für das Trocknen der Chilis nimmt Rathmayr ein Dörrgerät, weil es beim Lufttrocknen zu Schimmelbildung kommen könne: “Die getrockneten Chilischoten reibe ich erst dann zu Pulver, wenn ich es brauche. Reibt man zu viel Pulver auf einmal, nimmt es Feuchtigkeit auf und verklumpt.”

Stress für mehr Schärfe

Für die Chili-Aktion hat Landesgärtnermeister Hofmüller noch einen wichtigen Tipp: „Ein Trick, um den Chili richtig scharf werden zu lassen, ist, ihn einer Stresssituation auszusetzen. Dabei bildet sich auch das Capsaicin. Am besten den Chili in der Früh düngen oder gießen und dann den restlichen Tag trocknen lassen. So entsteht ein gewisser Stress, durch den er noch mehr Capsaicin produziert.“

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